Consideration

Was ist Consideration?

Was ist die Consideration-Phase?

Consideration bezeichnet im Online-Marketing und E-Commerce die Phase im Kaufentscheidungsprozess, in der ein potenzieller Kunde aktiv verschiedene Lösungen und Anbieter vergleicht. Die Person hat ein Bedürfnis erkannt, informiert sich gezielt und nimmt ausgewählte Marken oder Shops in eine engere Auswahl auf.

1. Begriffserklärung: Was bedeutet Consideration im Marketing?

Der Begriff Consideration stammt aus dem klassischen Marketing-Funnel (Bewusstseins- und Kauftrichter) und beschreibt die Überlegungs- bzw. Abwägungsphase eines Nutzers. In dieser Phase prüft der Nutzer konkrete Lösungen und Anbieter, wägt Vorteile und Nachteile ab und entscheidet, welche Optionen in die engere Auswahl kommen.

Im E-Commerce ist die Consideration-Phase der Moment, in dem Besucher nicht mehr nur stöbern, sondern aktiv Produktdetails, Preise, Bewertungen und Leistungsversprechen vergleichen. Sie sind noch nicht kaufbereit, aber deutlich weiter als in der reinen Awareness-Phase (reines Interesse oder Problemwahrnehmung).

2. Die Rolle der Consideration im Marketing-Funnel

Um den Begriff richtig einzuordnen, hilft der Blick auf den typischen Marketing-Funnel:

  • Awareness (Bewusstsein): Der Nutzer erkennt ein Problem oder ein Bedürfnis.
  • Consideration (Erwägung/Abwägung): Er prüft aktiv verschiedene Lösungen und Anbieter.
  • Conversion (Kauf/Abschluss): Er entscheidet sich für ein Angebot und kauft oder sendet eine Anfrage.
  • Loyalty/Retention: Er kauft wieder, empfiehlt weiter und wird Stammkunde.

Die Consideration-Phase verbindet also das erste Interesse mit der konkreten Kaufabsicht. In dieser Phase entscheidet sich, ob dein Shop es überhaupt in die finale Kaufentscheidung schafft oder ob der Nutzer zu Wettbewerbern abwandert.

3. Typische Merkmale der Consideration-Phase im E-Commerce

Ob sich ein Nutzer in der Consideration befindet, lässt sich oft am Verhalten erkennen. Typische Anzeichen im Online-Shop sind:

  • Besuch mehrerer Produktdetailseiten derselben Kategorie.
  • Filter- und Sortier-Nutzung (Preis, Marke, Größe, technische Daten).
  • Vergleich von Varianten (Farben, Modelle, Bundles).
  • Lesen von Bewertungen, FAQs und Ratgeberinhalten.
  • Wunschlisten-, Merkliste- oder Warenkorbnutzung ohne sofortigen Kauf.

In Webanalyse-Tools zeigt sich die Consideration-Phase häufig durch längere Sitzungsdauer, höhere Seiten/Tiefe und wiederholte Besuche auf den gleichen oder ähnlichen Produktseiten.

4. Consideration vs. Awareness vs. Conversion: Abgrenzung

Um Maßnahmen richtig zu planen, musst du Consideration klar von anderen Funnelstufen unterscheiden:

Phase Ziel des Nutzers Typisches Verhalten
Awareness Problem verstehen, ersten Überblick bekommen Blogartikel, Ratgeber, generische Suchanfragen (z. B. Laufschuhe für Anfänger)
Consideration Optionen vergleichen, Shortlist bilden Produktvergleiche, Detailseiten, Marken- und Modellvergleiche
Conversion Kaufen oder konkrete Anfrage stellen In den Warenkorb legen, Checkout, Gutscheinsuche, Zahlungsarten-Check

Während Awareness eher von Informations-Content und Reichweite geprägt ist, braucht Consideration vor allem klare, vergleichbare und vertrauensbildende Produktinformationen. Die Conversion-Phase hingegen optimierst du primär mit einem reibungslosen Checkout und klaren Kaufimpulsen.

5. Consideration im Online-Marketing: Kanäle und Signale

Die Consideration-Phase lässt sich über verschiedene Online-Marketing-Kanäle adressieren. Relevante Kanäle und Signale sind:

  • SEO: Suchanfragen mit klarer Produkt- oder Lösungsintention, z. B. Marken- oder Modell-Keywords, „bestes X“, „X vs. Y“.
  • SEA (Suchmaschinenwerbung): Produkt- und Shopping-Kampagnen, Brand-Kampagnen, generische Keywords mit hohem kommerziellen Intent.
  • Retargeting: Nutzer, die Produktseiten besucht, aber nicht gekauft haben.
  • Newsletter/Marketing-Automation: Trigger-Mails nach Warenkorbabbruch oder Produktansicht.
  • Social Ads: Produktanzeigen für Nutzer, die bereits auf der Website waren oder sich mit Content beschäftigt haben.

Für die Erfolgsmessung der Consideration-Phase sind Metriken wie Produktseitenaufrufe, Scrolltiefe, Klicks auf Produktfeatures oder Vergleichsseiten und wiederkehrende Besuche besonders relevant.

6. Content-Anforderungen in der Consideration-Phase

In der Consideration-Phase erwarten Nutzer deutlich mehr Tiefe und Klarheit als in der Awareness-Phase. Entscheidend ist, alle relevanten Fragen zur Kaufentscheidung sauber zu beantworten. Wichtige Content-Bausteine sind:

  • Strukturierte Produktbeschreibungen (Kurz- und Langbeschreibung, Features, Vorteile, technische Daten).
  • Konsequente H-Überschriftenstruktur (H2/H3) für bessere Lesbarkeit und SEO.
  • Tabellen mit Attributen (z. B. Größe, Material, Leistung, Kompatibilität).
  • USPs und klare Nutzenargumentation („für wen ist dieses Produkt ideal?“).
  • Vergleichende Inhalte (Produkt A vs. B, Einsteiger- vs. Pro-Modell).
  • Ratgeber und FAQs auf Kategorie- oder Produkt-Ebene.

Gerade bei großen Sortimenten wird die kontinuierliche Bereitstellung dieses Contents manuell schnell zum Engpass. Hier hilft ein datengetriebener, skalierbarer Ansatz auf Basis sauberer Produktfeeds.

7. Consideration und datengetriebener Produktcontent

Im E-Commerce hängt der Erfolg in der Consideration-Phase direkt von der Qualität und Vollständigkeit deiner Produktdaten und -texte ab. Wenn Nutzer in dieser Phase keine Antworten finden, brechen sie häufig ab oder wechseln den Anbieter.

Ein produktdatenbasierter Ansatz nutzt deinen Feed (z. B. aus PIM, ERP oder Shop-System) als Single Source of Truth. Daraus lassen sich automatisch strukturierte Texte generieren, die:

  • alle relevanten Attribute berücksichtigen,
  • pro Kategorie oder Hersteller ein einheitliches Template verwenden,
  • USPs und Vorteile klar herausarbeiten,
  • und in großer Menge (Bulk) ausspielbar sind.

So stellst du sicher, dass tausende Produkte mit konsistenten, vergleichbaren Informationen ausgestattet sind, die Nutzer aktiv bei ihrer Consideration unterstützen.

8. Strategien zur Optimierung der Consideration-Phase

Um mehr Nutzer erfolgreich durch die Consideration zu führen, solltest du systematisch an den relevanten Stellschrauben arbeiten:

8.1 Daten- und Content-Basis stärken

  • Pflege und erweitere Produktattribute (Größen, Materialien, technische Spezifikationen, Kompatibilitäten).
  • Nutze Templates, um pro Kategorie eine wiederholbare Struktur zu etablieren.
  • Sorge für eindeutige, nicht duplizierte Produkttexte, um Thin Content und Duplicate Content zu vermeiden.

8.2 Vergleichbarkeit erhöhen

  • Biete Filter und Sortierungen, die reale Kaufkriterien abbilden (Preis, Leistung, Anwendungsfall).
  • Nutze Vergleichstabellen oder -features, um Produkte direkt gegenüberzustellen.
  • Hebe pro Produkt klar die wichtigsten USPs hervor (z. B. in Bulletpoints oder Info-Boxen).

8.3 Vertrauen in der Consideration-Phase aufbauen

  • Zeige Bewertungen, Sterne und Kundenmeinungen gut sichtbar an.
  • Erkläre Lieferzeiten, Retourenbedingungen und Garantien transparent.
  • Nutze FAQ-Bereiche, um wiederkehrende Einwände pro Produkt oder Kategorie abzuräumen.

9. KPIs zur Messung der Consideration im E-Commerce

Die Consideration-Phase wirkt sich indirekt auf die Conversion Rate aus, lässt sich aber auch mit eigenen Kennzahlen bewerten. Relevante KPIs sind unter anderem:

  • Produktdetailseiten-Conversion: Anteil der Sitzungen mit Produktseitenansicht, die zu Warenkorbaktionen führen.
  • Warenkorb-Add-Rate: Verhältnis von „In den Warenkorb“-Klicks zu Produktseitenaufrufen.
  • Scrolltiefe auf Produktseiten: Indikator, ob Nutzer Inhalte wirklich konsumieren.
  • Verweildauer auf Kategorie- und Produktseiten: Längere, qualitativ gute Interaktion deutet auf aktive Consideration hin.
  • Return-Visitor-Rate für produktnahe Seiten: Wiederkehrende Besucher, die erneut Produkte anschauen.
Consideration-Rate (vereinfachter Ansatz) = Sitzungen mit produktnaher Interaktion (Produktdetailseitenaufrufe, Filter-/Sortier-Nutzung, Merkliste) ÷ Gesamtsitzungen[/alert>

Diese Formel ist kein Standard in allen Unternehmen, eignet sich aber gut, um Consideration-Effekte intern greifbar zu machen und zu vergleichen.

10. Beispiele für Consideration-Signale entlang der Customer Journey

Je nach Sortiment und Zielgruppe kann Consideration sehr unterschiedlich aussehen. Einige typische Beispiele:

Segment Beispiel für Consideration
Fashion Vergleich mehrerer Größen/Marken, Lesen von Pflegehinweisen und Passforminfos
Elektronik Vergleich von Leistungsdaten, Anschlüssen, Kompatibilität, Garantiebedingungen
B2B-Equipment Prüfung technischer Spezifikationen, Normen, Lieferzeiten und Service-Level
Möbel Abgleich von Maßen, Materialien, Aufbauanleitungen und Lieferkonditionen

In allen Beispielen entscheidet die Qualität des strukturierten Produktcontents darüber, wie sicher sich der Nutzer in seiner Abwägung fühlt.

11. Consideration, KI-Suchen und Generative Engine Optimization (GEO)

Mit dem Aufkommen generativer Suchsysteme (z. B. KI-Snippets in Suchmaschinen) verschiebt sich ein Teil der Consideration-Phase in diese neuen Interfaces. KI-Systeme greifen auf strukturierte Inhalte, Produktdaten und vertrauenswürdige Quellen zurück, um Nutzern vergleichende Informationen bereitzustellen.

Für Shops bedeutet das:

  • Gut strukturierter, datengetriebener Produktcontent erhöht die Wahrscheinlichkeit, in generativen Antworten berücksichtigt zu werden.
  • Klar formulierte Vorteile, Zielgruppen und Einsatzszenarien werden von KI-Modellen leichter erkannt und wiedergegeben.
  • Hohe Datenqualität und konsistente Texte sind ein wichtiger Baustein für Generative Engine Optimization (GEO).

12. Praktische To-dos zur Verbesserung der Consideration in deinem Shop

Wenn du die Consideration-Phase gezielt optimieren willst, kannst du mit folgenden Schritten starten:

  • Analysiere in deinem Webanalyse-Tool, auf welchen Kategorie- und Produktseiten besonders viele Nutzer ohne Kauf abspringen.
  • Prüfe dort systematisch: Fehlen wichtige Informationen, Vergleichsmöglichkeiten oder klare USPs?
  • Definiere pro Kategorie ein Content-Template (Struktur, Textbausteine, Attribute, FAQs).
  • Nutze deinen Produktfeed als Basis, um diese Templates möglichst automatisiert mit Leben zu füllen.
  • Teste Varianten von Produktbeschreibungen, Benefit-Listen und Vergleichstabellen A/B-basiert.
  • Verknüpfe Maßnahmen mit KPIs wie Warenkorb-Add-Rate und Produktdetailseiten-Conversion.

Wenn du tausende Produkte im Sortiment hast, lohnt es sich besonders, Consideration-Content aus Produktfeeds heraus automatisiert zu erzeugen und direkt in Shop-Systeme wie Shopware, Magento oder Shopify Plus zu exportieren. So kannst du konsistent über alle Kategorien hinweg optimieren und regelmäßige Content-Updates effizient abbilden.

13. Häufige Fragen zu Consideration

Was bedeutet Consideration im Marketing-Funnel?

Consideration bezeichnet die Phase im Marketing-Funnel, in der potenzielle Kunden nach der ersten Aufmerksamkeit gezielt verschiedene Lösungen und Anbieter vergleichen. Sie prüfen Produktdetails, Preise und Bewertungen, um eine Shortlist zu bilden, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Worin unterscheidet sich Consideration von Awareness?

Awareness beschreibt das erstmalige Bewusstwerden eines Problems oder Bedarfs sowie die grundlegende Kenntnis von Marken oder Produktkategorien. In der Consideration-Phase hingegen vergleichen Nutzer bereits konkrete Produkte und Anbieter und sind deutlich näher an einer Kaufentscheidung.

Welche Rolle spielt Consideration im E-Commerce?

Im E-Commerce entscheidet die Consideration-Phase darüber, ob ein Shop überhaupt in die engere Auswahl eines Nutzers gelangt. In dieser Phase sind strukturierte Produktinformationen, klare USPs, Bewertungen und Vergleichsmöglichkeiten zentral, um Vertrauen aufzubauen und den Nutzer zur Conversion zu führen.

Wie kann ich die Consideration-Phase messen?

Die Consideration-Phase lässt sich über Verhaltensdaten wie Produktdetailseitenaufrufe, Filter- und Sortier-Nutzung, Scrolltiefe, wiederkehrende Besuche und Warenkorb-Add-Rate erfassen. Eine einfache Kennzahl ist die Consideration-Rate, bei der du Sitzungen mit produktnaher Interaktion ins Verhältnis zu allen Sitzungen setzt.

Welche Inhalte unterstützen die Consideration besonders?

Nutzer in der Consideration-Phase benötigen detaillierte, gut strukturierte Produktinformationen, klare Nutzenargumente, Tabellen mit technischen Daten, aussagekräftige Bilder, Bewertungen, FAQs und gegebenenfalls Ratgeber oder Vergleichsseiten. Wichtig ist, alle typischen Kaufentscheidungsfragen lückenlos zu beantworten.

Wie hängt Consideration mit Conversion zusammen?

Eine starke Consideration-Phase erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer überhaupt bis zur Conversion-Phase gelangt. Wenn während der Abwägung relevante Informationen fehlen oder Zweifel bestehen bleiben, bricht der Prozess oft ab und der Nutzer entscheidet sich für einen Wettbewerber. Gute Consideration-Inhalte verbessern daher indirekt die Conversion-Rate.

Welche Rolle spielt automatisierter Produktcontent für die Consideration?

Automatisierter, feedbasierter Produktcontent ermöglicht es, in großen Sortimenten für jedes Produkt vollständige, konsistente und vergleichbare Informationen bereitzustellen. Dadurch werden typische Fragen in der Consideration-Phase zuverlässig beantwortet, ohne dass manuelle Texterstellung zum Engpass wird, und sowohl Nutzererlebnis als auch SEO profitieren.

14. Nächste Schritte: Consideration mit datengetriebenem Content stärken

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