Display Marketing

Was ist Display Marketing?

Was ist Display Marketing?

Display Marketing bezeichnet die Schaltung grafischer Online-Werbemittel wie Banner, Videos oder interaktiver Anzeigen auf Webseiten, Apps und Plattformen. Ziel ist es, Zielgruppen sichtbar anzusprechen, Markenbekanntheit aufzubauen, Nutzer zurückzugewinnen und messbar Conversions, Leads oder Verkäufe zu erzielen.

1. Grundlagen von Display Marketing

Display Marketing ist ein Teilbereich des Online-Marketings, bei dem visuelle Werbemittel in digitalen Umfeldern ausgespielt werden. Typische Formate sind klassische Banner, Videoanzeigen, Native Ads oder Rich-Media-Formate, die auf fremden Webseiten, in Apps oder innerhalb von Plattformen wie YouTube und großen Publisher-Netzwerken erscheinen.

Im Unterschied zu Suchmaschinenwerbung (SEA), bei der Anzeigen an Suchanfragen gekoppelt sind, basiert Display Marketing meist auf Zielgruppen-, Kontext- oder Remarketing-Logiken. Gerade für E-Commerce-Shops ist Display-Werbung ein zentraler Baustein, um Nutzer entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten – vom ersten Sichtkontakt bis zum Kaufabschluss und darüber hinaus.

2. Ziele und Funktionen von Display Marketing

Display Marketing erfüllt mehrere strategische Aufgaben im digitalen Marketing-Mix. Diese Ziele können einzeln oder kombiniert verfolgt werden, je nach Kampagnenaufbau und genutzten Kanälen.

  • Markenbekanntheit (Brand Awareness): Visuelle Werbemittel erhöhen die Sichtbarkeit einer Marke und sorgen dafür, dass Nutzer sich bei einem späteren Kauf an den Shop erinnern.
  • Reichweite und Sichtkontakte: Über Werbenetzwerke lassen sich große Zielgruppen schnell und skalierbar erreichen, auch außerhalb klassischer Suchmaschinen.
  • Traffic-Generierung: Display-Anzeigen leiten Nutzer gezielt auf Landingpages, Produktseiten oder Kategorieseiten, um Besuche im Shop aufzubauen.
  • Retargeting und Performance: Über Remarketing-Kampagnen werden Nutzer erneut angesprochen, die bereits im Shop waren, Produkte angesehen oder in den Warenkorb gelegt haben.
  • Unterstützung von SEO, SEA und Social-Kampagnen: Display Marketing verstärkt andere Kanäle, indem die Marke wiederholt sichtbar wird und so Klick- und Conversion-Raten indirekt verbessert.

In datengetriebenen E-Commerce-Setups wird Display Marketing häufig KPI-orientiert gesteuert. Wichtige Kennzahlen sind etwa Impressionen, Klickrate (CTR), Cost per Click (CPC), Cost per Acquisition (CPA), View-Through-Conversions und der erzielte Umsatz.

3. Wichtige Begriffe im Display Marketing

Um Display-Kampagnen professionell zu planen und zu bewerten, sind einige Grundbegriffe zentral. Diese Begriffe werden in fast allen Kampagnen-Setups und Reportings verwendet.

  • Impression: Eine Impression liegt vor, wenn eine Anzeige auf einer Seite oder in einer App geladen und einem Nutzer angezeigt wurde.
  • Click-Through-Rate (CTR): Die Klickrate beschreibt das Verhältnis von Klicks zu Impressionen und zeigt, wie attraktiv eine Anzeige für die Zielgruppe ist.
  • Cost per Mille (CPM): Der TKP (Tausender-Kontakt-Preis) gibt an, wie viel Werbetreibende für 1.000 Impressionen zahlen.
  • Cost per Click (CPC): Der CPC beschreibt die durchschnittlichen Kosten pro Klick auf eine Anzeige.
  • Cost per Acquisition (CPA): Der CPA misst, wie viel ein konkreter Abschluss (z. B. Bestellung, Lead) im Durchschnitt kostet.
  • Viewability: Viewability beschreibt, ob und wie lange eine Anzeige tatsächlich im sichtbaren Bereich des Bildschirms war.
  • Frequency Capping: Über Frequency Capping wird gesteuert, wie oft ein einzelner Nutzer eine Anzeige innerhalb eines Zeitraums sehen soll.

4. Typische Werbeformate im Display Advertising

Unter Display Marketing fallen verschiedene Werbeformate, die sich in Gestaltung, Interaktionsmöglichkeiten und Platzierung unterscheiden. Für E-Commerce hängen Formatwahl und Kreation stark von Zielen, Budget und Funnel-Phase ab.

4.1 Klassische Bannerformate

Klassische Banner sind statische oder animierte Grafikanzeigen in standardisierten Größen. Sie eignen sich gut, um Grundbotschaften, Angebote oder Markenclaims schnell zu transportieren.

  • Leaderboard (z. B. 728×90 Pixel) am oberen Rand einer Seite
  • Medium Rectangle (z. B. 300×250 Pixel) innerhalb von Content-Bereichen
  • Skyscraper (z. B. 160×600 Pixel) in der Seitenleiste
  • Mobile Banner in für Smartphones optimierten Formaten

4.2 Rich-Media- und Interstitial-Formate

Rich-Media-Anzeigen sind interaktive Display-Werbemittel, die zum Beispiel Video, Animationen oder Slider-Elemente enthalten. Interstitials oder Layer legen sich temporär über den Content und ziehen dadurch besondere Aufmerksamkeit auf sich.

  • Expandable Banner, die sich bei Interaktion vergrößern
  • Overlay- und Layer-Ads, die im Vordergrund erscheinen
  • Produkt-Slider, die mehrere Artikel innerhalb einer Anzeige darstellen

4.3 Video- und Native-Formate

Video-Ads verbinden Bewegtbild mit klaren Call-to-Actions und wirken besonders stark im Branding. Native Ads fügen sich optisch in das Umfeld der Webseite ein und werden oft als weniger störend wahrgenommen.

  • In-Stream Video (Pre-Roll, Mid-Roll, Post-Roll) vor, während oder nach einem Video
  • Out-Stream Video innerhalb von Artikeln oder Feeds
  • Native Display Ads, die im Look & Feel des Publisher-Contents erscheinen

5. Targeting-Methoden im Display Marketing

Die Stärke von Display Marketing liegt in der präzisen Aussteuerung der Anzeigen. Unterschiedliche Targeting-Optionen ermöglichen es, Streuverluste zu reduzieren und Budgets auf relevante Nutzer zu fokussieren.

5.1 Kontext- und Umfeld-Targeting

Beim Kontext-Targeting werden Anzeigen auf Webseiten ausgeliefert, deren Inhalte thematisch zum Produkt oder zur Branche passen. Für einen Onlineshop für Laufschuhe wären das beispielsweise Sportportale, Laufblogs oder Fitness-Magazine.

  • Keyword-basiertes Umfeld-Targeting auf Basis von Seiteninhalten
  • Platzierungs-Targeting auf ausgewählten Domains oder einzelnen URLs
  • Kategorie-Targeting auf definierte Themenbereiche im Netzwerk

5.2 Zielgruppen- und Interessentargeting

Beim Zielgruppen-Targeting werden soziodemografische Merkmale, Interessen und Online-Verhaltensdaten genutzt, um möglichst passende Nutzer zu erreichen.

  • Demografisches Targeting nach Alter, Geschlecht oder Region
  • Interessentargeting auf Basis von Surfverhalten und Content-Konsum
  • Affinity- und In-Market-Audiences, die bestimmte Kaufabsichten signalisieren

5.3 Remarketing (Retargeting)

Remarketing ist eine der effektivsten Strategien im Display Marketing, besonders für E-Commerce. Nutzer, die den Shop besucht oder bestimmte Aktionen durchgeführt haben, werden erneut mit passenden Anzeigen angesprochen.

  • Site-Retargeting: Nutzer, die bestimmte Seiten besucht haben (z. B. Produktdetailseiten, Warenkorb).
  • Dynamic Remarketing: Dynamische Anzeigen, die genau die Produkte zeigen, die sich der Nutzer angesehen hat.
  • CRM-Retargeting: Nutzung von Kundenlisten (z. B. Newsletter-Abonnenten) zur erneuten Ansprache in Display-Netzwerken.

6. Programmatic Advertising im Display Marketing

Programmatic Advertising bezeichnet den automatisierten, datengetriebenen Einkauf und die Auslieferung von Display-Werbeflächen in Echtzeit. Statt fixe Platzierungen manuell zu buchen, werden Werbemittel über Auktionsmodelle auf einzelnen Ad Impressions ausgesteuert.

Technisch geschieht dies häufig über Real-Time-Bidding (RTB), bei dem für jede einzelne Einblendung in Millisekunden entschieden wird, ob und wie viel geboten wird. Für E-Commerce bietet Programmatic Display mehrere Vorteile:

  • Skalierbare Reichweite über viele Publisher hinweg
  • Feingranulares Targeting und Frequency Capping
  • Dynamische Anpassung von Geboten nach Performance
  • Integration von Produktdatenfeeds für dynamische Creatives

7. Abgrenzung zu anderen Online-Marketing-Kanälen

Display Marketing wird häufig mit anderen Kanälen wie Suchmaschinenmarketing oder Social Ads verwechselt. Eine klare Einordnung hilft, den richtigen Kanal-Mix für den eigenen Shop zu definieren.

Kanal Auslöser Typische Stärke
Display Marketing Umfeld, Zielgruppen, Remarketing Reichweite, Branding, Wiederansprache
SEA (Suchmaschinenwerbung) Konkrete Suchanfrage Absatzstark bei hoher Kaufabsicht
SEO (Suchmaschinenoptimierung) Organische Suche Dauerhafte Sichtbarkeit mit organischen Klicks
Social Ads Soziale Netzwerke, Feeds Zielgruppen-Targeting, Community-Nähe

In einem ausgereiften Performance-Setup arbeiten diese Kanäle zusammen. Display Marketing unterstützt dabei insbesondere Branding, Remarketing und die Optimierung der gesamten Customer Journey.

8. KPIs und Erfolgsmessung im Display Marketing

Die Erfolgsmessung im Display Marketing erfolgt anhand klar definierter Key Performance Indicators (KPIs). Welche Kennzahlen im Fokus stehen, hängt von den Kampagnenzielen ab.

  • Impressionen und Reichweite: Wie viele Nutzer wurden potenziell erreicht?
  • CTR (Click-Through-Rate): Wie gut animiert das Werbemittel zum Klick?
  • CPC (Cost per Click): Wie hoch sind die durchschnittlichen Klickkosten?
  • Conversions und Conversion Rate (CR): Wie viele gewünschte Aktionen wurden ausgelöst?
  • CPA (Cost per Acquisition): Welche Kosten fallen pro Bestellung oder Lead an?
  • View-Through-Conversions: Wie viele Conversions passieren nach einer Sichtung der Anzeige ohne direkten Klick?
CPA = Gesamtkosten der Kampagne / Anzahl der Conversions

Für E-Commerce ist eine saubere Attribution entscheidend, um den Beitrag von Display Marketing zur Gesamtperformance valide zu bewerten. Multitouch-Attributionsmodelle können helfen, unterstützende Kontakte besser sichtbar zu machen.

8.1 Keyword-Planung für Display- und SEA-Kampagnen

Auch wenn Display Marketing primär visuell und zielgruppenbasiert funktioniert, spielt Keyword-Recherche eine wichtige Rolle – etwa beim Kontext-Targeting oder in kombinierten SEA- und Display-Strategien. Ein strukturierter Keyword-Plan hilft, Investitionen auf relevante Themen und Suchintentionen zu konzentrieren.

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9. Display Marketing im E-Commerce: Praxis und Prozesse

Für Onlineshops ist Display Marketing dann besonders wirkungsvoll, wenn es sauber in bestehende Daten- und Content-Prozesse eingebunden wird. Produktdatenfeeds, saubere Tracking-Setups und eine konsistente Nutzeransprache über alle Kanäle hinweg sind dafür zentrale Voraussetzungen.

9.1 Rolle von Produktdaten und Feeds

Produktfeeds (z. B. aus PIM, ERP oder Shop-Systemen) dienen im Display Marketing als Datenbasis für dynamische Remarketing-Anzeigen. Ein qualitativ hochwertiger Feed ermöglicht es, Anzeigen mit aktuellen Preisen, Verfügbarkeiten und relevanten Attributen (Größe, Farbe, Marke) auszustatten.

  • Konsistente Produktdaten als Single Source of Truth
  • Detaillierte Attribute zur zielgerichteten Aussteuerung von Creatives
  • Schnelle Aktualisierungen bei Preisänderungen, Saisonwechseln oder Bestand

Wenn Produktdaten und Display-Setups gut verzahnt sind, lassen sich tausende individuelle Anzeigenvarianten automatisiert ausspielen, ohne dass jede Anzeige manuell erstellt werden muss.

9.2 Content-Qualität und Landingpages

Display-Kampagnen entfalten ihr volles Potenzial nur, wenn die verlinkten Seiten inhaltlich überzeugen. Für E-Commerce bedeutet das: Produkttexte, Bilder, USPs und strukturierte Informationen müssen passgenau sein und Vertrauen schaffen.

  • Relevante, individuelle Produktbeschreibungen für jeden Artikel
  • Klar strukturierte Landingpages mit eindeutigen Call-to-Actions
  • Einheitliche Tonalität zwischen Anzeige und Zielseite

Automatisierte Content-Lösungen, die direkt aus Produktfeeds arbeiten, können hier helfen, große Sortimente effizient und konsistent zu betexten. So wird Display Marketing nicht durch schwache Zielseiten ausgebremst, sondern direkt in Umsatz übersetzt.

10. Best Practices für erfolgreiche Display-Kampagnen

Erfolgreiches Display Marketing ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Optimierungsprozess. Einige bewährte Vorgehensweisen helfen, Budgets effizient einzusetzen und die Performance schrittweise zu verbessern.

  • Klein starten, dann skalieren: Zuerst mit klar abgegrenzten Zielgruppen und Placements starten, Ergebnisse messen und erst danach Kampagnen in die Breite ausrollen.
  • A/B-Tests für Creatives: Verschiedene Motive, Botschaften und Call-to-Actions gegeneinander testen, anstatt sich auf ein einziges Banner zu verlassen.
  • Sauberes Frequency Capping: Anzeigenhäufigkeiten begrenzen, um Nutzer nicht zu überreizen und Budget nicht zu verbrennen.
  • Kanalübergreifende Betrachtung: Wechselwirkungen mit SEO, SEA und Social-Media-Kampagnen analysieren, statt Display isoliert zu bewerten.
  • Regelbasierter Ansatz plus Automatisierung: Klare Regeln für Gebote, Zielgruppen und Creatives definieren und anschließend über Tools automatisiert ausspielen.
Ohne sauberes Tracking und klare Ziele lässt sich der Erfolg von Display Marketing nicht seriös bewerten. Investitionen sollten deshalb immer mit einer präzisen Mess- und Attributionslogik verknüpft sein.

11. Häufige Fragen zu Display Marketing

Was versteht man unter Display Marketing?

Unter Display Marketing versteht man die Schaltung grafischer Online-Werbung wie Banner, Videoanzeigen oder interaktiver Formate auf Webseiten, in Apps und anderen digitalen Umfeldern, um Zielgruppen sichtbar anzusprechen, Markenbekanntheit aufzubauen und messbar Conversions, Leads oder Verkäufe zu erzielen.

Was sind Beispiele für Display Marketing?

Typische Beispiele für Display Marketing sind Bannerwerbung auf Nachrichtenportalen, Videoanzeigen vor oder in Online-Videos, dynamische Remarketing-Banner mit Produkten aus einem Onlineshop, Native Ads im Look and Feel von Artikeln sowie interaktive Rich-Media-Anzeigen mit Animationen oder Produkt-Slidern.

Wie funktioniert Display Marketing im Internet?

Display Marketing im Internet funktioniert, indem Werbetreibende grafische Anzeigen über Netzwerke oder Plattformen buchen, die diese in Echtzeit auf passenden Webseiten oder in Apps ausspielen, wobei Targeting-Kriterien wie Zielgruppen, Interessen, Kontexte oder Remarketing-Listen genutzt werden, um möglichst relevante Nutzer zu erreichen.

Ist Display Werbung dasselbe wie Bannerwerbung?

Bannerwerbung ist ein wichtiger Teil von Display Marketing, aber nicht mit ihm identisch, denn Display Marketing umfasst neben klassischen statischen oder animierten Bannern auch Video-Ads, Native Ads, Rich-Media-Formate und dynamische Remarketing-Anzeigen, die auf Produktdaten oder Nutzerverhalten basieren.

Was ist der Unterschied zwischen SEA und Display Marketing?

SEA basiert in der Regel auf Suchanfragen in Suchmaschinen, bei denen Textanzeigen zur passenden Suchintention ausgespielt werden, während Display Marketing visuelle Anzeigen in Umfeldern wie Webseiten oder Apps zeigt, die meist über Zielgruppen, Interessen, Kontexte oder Remarketing-Kriterien gesteuert werden und stärker auf Sichtkontakte und Branding einzahlen.

Lohnt sich Display Marketing für kleinere Onlineshops?

Display Marketing kann sich auch für kleinere Onlineshops lohnen, wenn die Kampagnen sauber fokussiert, Budgets klar begrenzt, Remarketing-Listen sinnvoll aufgebaut und passende Platzierungen ausgewählt werden, wobei zunächst kleine, eng definierte Setups mit klaren Zielen sinnvoll sind, bevor in größere Reichweiten investiert wird.

Welche Rolle spielt Remarketing im Display Marketing?

Remarketing ist ein zentraler Bestandteil des Display Marketings, da es ermöglicht, Nutzer wieder anzusprechen, die den Shop bereits besucht, Produkte angesehen oder in den Warenkorb gelegt haben, wodurch die Conversion-Wahrscheinlichkeit steigt und Display-Budgets effizienter genutzt werden, insbesondere im E-Commerce mit vielen Produkten.

12. Nächste Schritte: Display Marketing mit skalierbarem Produktcontent verbinden

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