System Usability Scale

Was ist System Usability Scale?

Was ist die System Usability Scale?

Die System Usability Scale (SUS) ist ein standardisierter Fragebogen mit 10 Aussagen, mit dem Du die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit eines Systems, Produkts oder einer Website schnell und vergleichbar messen kannst. Die Antworten werden zu einem Score zwischen 0 und 100 verrechnet.

1. Grundlagen der System Usability Scale

Die System Usability Scale ist ein etabliertes Instrument zur Bewertung der Gebrauchstauglichkeit (Usability) von interaktiven Systemen. Sie wird seit den 1980er-Jahren in Forschung und Praxis eingesetzt und gilt als pragmatischer Standard, um die Nutzerzufriedenheit mit Oberflächen, Prozessen und Funktionen zu messen.

Die SUS basiert auf einem kurzen Fragebogen, der nach einem Test oder nach einer Nutzungssituation ausgefüllt wird. Die Befragten bewerten 10 vorgegebene Aussagen zu Bedienbarkeit, Komplexität und Vertrauen in das System auf einer fünfstufigen Skala. Aus den Antworten wird ein Gesamtwert berechnet, der eine schnelle Einordnung der Usability ermöglicht.

2. Aufbau und Funktionsweise der System Usability Scale

Die System Usability Scale besteht aus genau 10 Items (Aussagen), die abwechselnd positiv und negativ formuliert sind. Ziel ist es, Antworttendenzen zu reduzieren und ein möglichst robustes Bild der wahrgenommenen Usability zu gewinnen.

  • Jede Aussage wird auf einer Likert-Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 5 (stimme voll zu) bewertet.
  • Die Fragen decken Aspekte wie Einfachheit, Konsistenz, Einlernaufwand und Sicherheit in der Bedienung ab.
  • Durch die kurze Länge ist der Fragebogen auch bei knapper Zeit einsetzbar, etwa in Usability-Tests oder A/B-Tests im E-Commerce.
  • Die SUS ist technologieunabhängig einsetzbar: von Onlineshops über Apps bis zu B2B-Tools oder internen Systemen.

Für E-Commerce-Teams ist die SUS besonders interessant, weil sie schnell zeigt, ob ein Shop-Interface, ein Checkout-Prozess oder ein neues Feature aus Nutzersicht verständlich und effizient bedienbar ist.

3. Berechnung des SUS-Scores

Der SUS-Score wird aus den 10 Einzelantworten nach einem festen Schema berechnet. Dadurch entsteht ein normierter Wert zwischen 0 und 100, der die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit in einer Zahl zusammenfasst.

Berechnung des SUS-Scores in 4 Schritten:
1. Für alle ungeraden Fragen (1, 3, 5, 7, 9): Korrigierter Wert = Antwortwert – 1.
2. Für alle geraden Fragen (2, 4, 6, 8, 10): Korrigierter Wert = 5 – Antwortwert.
3. Summe aller 10 korrigierten Werte bilden (Ergebnis zwischen 0 und 40).
4. Summe mit 2,5 multiplizieren → ergibt den SUS-Score zwischen 0 und 100.

Dieser standardisierte Score ermöglicht es Dir, Systeme, Versionen oder Varianten direkt miteinander zu vergleichen. Ein höherer Wert steht für eine bessere wahrgenommene Usability.

4. Interpretation der System Usability Scale im E-Commerce

Ein einzelner SUS-Wert ist nur dann wirklich hilfreich, wenn Du ihn einordnen kannst. In der Praxis haben sich Richtwerte etabliert, die eine qualitative Interpretation des Scores erlauben.

  • Unter 50: deutlich unterdurchschnittliche Usability, hoher Optimierungsbedarf.
  • 50–68: Bereich um den Durchschnitt, kritische Bereiche gezielt analysieren.
  • Über 68: überdurchschnittliche Usability, System wird insgesamt positiv wahrgenommen.
  • Ab ca. 80: sehr gute Usability, Nutzer empfinden das System als besonders angenehm und effizient.

In einem Onlineshop kann ein niedriger SUS-Wert ein Hinweis auf Conversion-Probleme sein, etwa im Checkout, bei der Navigation oder auf Produktdetailseiten. Ein hoher SUS-Score deutet darauf hin, dass Nutzer Aufgaben wie Produktsuche, Warenkorb-Nutzung und Kaufabschluss als reibungslos erleben.

5. Anwendungsbereiche der System Usability Scale im Onlinehandel

Die System Usability Scale ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für nahezu alle digitalen Touchpoints entlang der Customer Journey im E-Commerce.

  • Checkout-Prozess: Bewertung der Verständlichkeit von Formularen, Klarheit von Versand- und Zahlungsoptionen, Fehlerhandling.
  • Produktdetailseiten: Einschätzung, ob Informationen, Bilder, Varianten und Verfügbarkeiten gut erfassbar sind.
  • Navigation und Filtersysteme: Wahrgenommene Leichtigkeit, Produkte zu finden und zu vergleichen.
  • Mobile Usability: Testen von Responsiveness, Bedienung per Touch und Ladezeiten aus Nutzersicht.
  • Interne Systeme: Usability von PIM-, ERP- oder Shop-Backend für Dein Team, um Prozesse zu beschleunigen.

Durch wiederholte SUS-Messungen kannst Du Usability-Verbesserungen nach einem Redesign, einem Relaunch oder nach Einführung neuer Funktionen objektiv nachverfolgen.

6. Vorteile der System Usability Scale gegenüber anderen Usability-Methoden

Die System Usability Scale bietet im Vergleich zu umfangreicheren Usability-Studien einige klare Vorteile, insbesondere für Teams mit begrenzten Ressourcen.

  • Schnelligkeit: Der Fragebogen ist in wenigen Minuten ausgefüllt und ausgewertet.
  • Standardisierung: Einheitliches Frage-Set und Berechnungslogik ermöglichen Benchmarking über Projekte hinweg.
  • Robustheit: Die SUS ist in vielen Studien geprüft worden und gilt als zuverlässig, auch bei kleineren Stichproben.
  • Einfacher Vergleich: Scores können zwischen verschiedenen Systemen, Versionen oder Zielgruppen verglichen werden.
  • Niedrige Einstiegshürden: Keine komplexe Statistik notwendig, die Berechnung kann per Excel oder Script erfolgen.

Im Gegensatz zu rein qualitativen Usability-Tests liefert die System Usability Scale eine klar kommunizierbare Kennzahl, die auch Management und Stakeholdern hilft, den Zustand der Usability schnell zu erfassen.

7. Grenzen und typische Fehler bei der Nutzung der System Usability Scale

Trotz ihrer Stärken hat die System Usability Scale auch Grenzen, die Du bei Planung und Interpretation beachten solltest. Sie misst die subjektive Wahrnehmung, nicht die tatsächliche Effizienz oder Fehlerquote im Detail.

  • Die SUS liefert eine Gesamtnote, aber keine direkte Diagnose, wo genau Probleme liegen.
  • Ein guter Score bedeutet nicht automatisch optimale Barrierefreiheit oder Performance.
  • Zu kleine oder nicht repräsentative Stichproben können Ergebnisse verzerren.
  • Ohne Kontext (z. B. Aufgabenstellung, Zielgruppe) ist der Score schwer vergleichbar.

Typische Fehler sind etwa, die System Usability Scale nur einmalig einzusetzen, keine klaren Aufgaben vorzugeben oder die Ergebnisse ohne ergänzende qualitative Rückmeldungen zu interpretieren. Optimal ist die Kombination aus SUS-Scores und Beobachtungen aus Usability-Tests oder Session-Recordings.

8. Best Practices: System Usability Scale in UX- und Conversion-Prozesse integrieren

Um aus der System Usability Scale maximalen Nutzen zu ziehen, solltest Du sie fest in Deinen UX- und Conversion-Optimierungsprozess einbinden. So wird aus einem einmaligen Test ein dauerhaftes Steuerungsinstrument.

  • Vorher-Nachher-Messungen: SUS vor einem Redesign, nach einem Prototypen-Test und nach dem Livegang vergleichen.
  • Segmentierte Auswertung: Ergebnisse nach Geräteklassen, Traffic-Quellen oder Kundengruppen auswerten.
  • Kombination mit Conversion-Daten: Niedrige SUS-Scores mit Absprungraten oder Warenkorbabbrüchen abgleichen.
  • Regelmäßige Wiederholung: SUS in regelmäßigen Abständen oder nach größeren Releases erheben.
  • Ergebnisse visualisieren: SUS-Score als KPI in Dashboards für Produkt-, UX- und E-Commerce-Teams integrieren.

Gerade in größeren Shopsystemen wie Shopware, Magento oder Shopify Plus kann die System Usability Scale helfen, Prioritäten zwischen vielen möglichen Optimierungsprojekten zu setzen und den Impact von UX-Maßnahmen zu belegen.

9. Zusammenspiel von System Usability Scale und Content-Qualität

Usability wird nicht nur durch Layout und Interaktion beeinflusst, sondern auch stark durch den Content auf Deinen Seiten. Verständliche Produktbeschreibungen, klare Vorteile und konsistente Strukturen erleichtern das Erfassen von Informationen und wirken sich positiv auf die System Usability Scale aus.

  • Klare, strukturierte Produkttexte reduzieren kognitive Belastung und Rückfragen.
  • Konsistente Textbausteine und Überschriften helfen Nutzern, sich schnell zu orientieren.
  • Gut gepflegte Attribute und Tabellen verbessern die Vergleichbarkeit von Produkten.
  • FAQ-Bereiche zu Versand, Retoure und Zahlungsmethoden können Unsicherheiten abbauen.

Wenn Du Produktcontent effizient aus einem zentralen Datenfeed generierst, kannst Du diese Qualität und Konsistenz skalieren. Tools wie feed2content.ai® nutzen strukturierte Produktdaten, um in großem Umfang shopfertige Texte zu erzeugen, was indirekt die wahrgenommene Usability unterstützt.

10. System Usability Scale und SEO/SEA-Performance

Eine gute Usability hat direkte Auswirkungen auf SEO, SEA und insgesamt auf die Wirtschaftlichkeit eines Onlineshops. Zwar ist die System Usability Scale kein direkter Rankingfaktor, aber sie beeinflusst mehrere Kennzahlen, die Suchmaschinen und Werbeplattformen berücksichtigen.

  • Verbesserte Usability senkt Absprungraten und erhöht die Verweildauer.
  • Ein reibungsloser Checkout steigert die Conversion Rate und damit den Wert jedes Klicks.
  • Positives Nutzungserlebnis erhöht die Wahrscheinlichkeit von Wiederkäufen und Empfehlungen.
  • Strukturierter Content erleichtert die interne Verlinkung und Optimierung des Crawlings.

10.1 Keyword- und Themenplanung anhand von Usability-Insights

Wenn Du erkennst, dass bestimmte Seitentypen oder Themenbereiche besonders schlecht abschneiden, kannst Du Deine Content- und SEA-Strategie gezielt darauf ausrichten. Dafür ist eine saubere Keyword- und Themenplanung hilfreich.

Mit Nutzung dieses SEO-Checks erklären Sie, dass Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen haben und damit einverstanden sind, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden. Ihre Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung des SEO-Checks benutzt. Mit der Nutzung dieses SEO-Checks erklären Sie sich mit der Verarbeitung einverstanden.

Indem Du Suchintentionen, relevante Keywords und wiederkehrende Nutzerfragen mit den Ergebnissen Deiner System Usability Scale kombinierst, erkennst Du, wo Content und Usability gemeinsam verbessert werden sollten.

11. Abgrenzung: System Usability Scale vs. andere UX-Kennzahlen

Die System Usability Scale ist ein Instrument zur Messung der subjektiven Usability-Wahrnehmung und unterscheidet sich von anderen quantitativen und qualitativen UX-Metriken. Eine klare Abgrenzung hilft Dir bei der Auswahl der richtigen Methode.

Kennzahl Art der Messung Typischer Einsatz
System Usability Scale Subjektiver Fragebogen Gesamtnote Usability
Task Success Rate Objektive Erfolgsquote Erfüllung definierter Aufgaben
Time on Task Zeitmessung Effizienz von Abläufen
Net Promoter Score Weiterempfehlungsabsicht Gesamtzufriedenheit mit Marke

Die System Usability Scale ersetzt diese Metriken nicht, sondern ergänzt sie. In einem umfassenden UX-Setup kombinierst Du SUS mit Verhaltenstracking, A/B-Tests und qualitativen Beobachtungen, um ein vollständiges Bild der Nutzererfahrung zu erhalten.

12. Praktische Umsetzung: So führst Du eine SUS-Befragung durch

Die Durchführung einer System-Usability-Scale-Befragung ist organisatorisch überschaubar, sollte aber sauber geplant sein, damit die Daten verlässlich und vergleichbar sind.

  • Definiere klare Aufgaben für die Testpersonen, z. B. Produkt finden, in den Warenkorb legen, Bestellung abschließen.
  • Lass die Teilnehmenden direkt nach der Nutzung den SUS-Fragebogen ausfüllen, solange das Erlebnis frisch ist.
  • Nutze einheitliche Antwortskalen und Formulierungen, damit Du Ergebnisse über Zeit vergleichen kannst.
  • Dokumentiere Kontextinformationen wie Gerätetyp, Kanal und Zielgruppe.
  • Berechne den SUS-Score und ergänze ihn durch offene Fragen, um Ursachen für schlechte Bewertungen zu verstehen.

Gerade bei laufenden Optimierungsprogrammen lohnt es sich, einen standardisierten Prozess für SUS-Tests zu etablieren, um kontinuierlich Daten zu sammeln und zu vergleichen.

13. Häufige Fragen zur System Usability Scale

Wie funktioniert die System Usability Scale genau?

Die System Usability Scale beruht auf einem standardisierten Fragebogen mit 10 Aussagen, die Nutzer nach der Interaktion mit einem System auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten; aus den Antworten werden korrigierte Werte gebildet, aufsummiert und mit 2,5 multipliziert, sodass ein Score zwischen 0 und 100 entsteht, der die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit zusammenfasst.

Welche Fragen enthält die System Usability Scale?

Die klassische System Usability Scale umfasst 10 fest definierte Aussagen, die sich unter anderem auf die Nutzungshäufigkeit, Komplexität, Einlernaufwand, Konsistenz und Sicherheit in der Bedienung beziehen und abwechselnd positiv oder negativ formuliert sind, um Antworttendenzen zu reduzieren; die exakten Formulierungen sollten unverändert genutzt werden, um die Vergleichbarkeit zu wahren.

Wie interpretiert man den SUS Score?

Der SUS Score wird als Wert zwischen 0 und 100 interpretiert, wobei höhere Werte eine bessere wahrgenommene Usability anzeigen; als grobe Orientierung gelten Werte unter 50 als deutlich verbesserungsbedürftig, rund 68 als durchschnittlich, Werte darüber als gut und Scores ab etwa 80 als sehr gute, von Nutzern besonders positiv erlebte Usability.

Wie viele Teilnehmer braucht man für eine System Usability Scale?

In der Praxis werden für eine System Usility Scale meist schon 8 bis 12 Teilnehmer als sinnvoller Start betrachtet, weil sich damit erste Trends erkennen lassen, während für robustere Aussagen und Vergleiche zwischen Varianten eher Stichprobengrößen ab etwa 20 oder mehr Personen je Variante empfohlen werden, abhängig von Zielsetzung und Heterogenität der Zielgruppe.

Für welche Systeme eignet sich die System Usability Scale?

Die System Usability Scale ist technologieunabhängig und eignet sich für nahezu alle interaktiven Systeme, darunter Onlineshops, Webapplikationen, mobile Apps, Software-as-a-Service Lösungen, interne Unternehmenssysteme wie PIM oder ERP und sogar Hardware mit digitalen Bedienoberflächen, solange Nutzer mit dem System interagieren und anschließend den Fragebogen beantworten können.

Wie oft sollte man einen SUS Test durchführen?

Ein SUS Test sollte immer dann durchgeführt werden, wenn sich das System aus Nutzersicht relevant verändert, zum Beispiel vor und nach einem Redesign, nach der Einführung wichtiger Funktionen oder im Rahmen regelmäßiger Usability-Audits; viele Unternehmen etablieren halbjährliche oder quartalsweise SUS Messungen als festen Bestandteil ihres UX- und Conversion-Optimierungsprozesses.

Was ist der Unterschied zwischen System Usability Scale und Net Promoter Score?

Die System Usability Scale misst die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit eines konkreten Systems anhand von 10 Usability-bezogenen Aussagen, während der Net Promoter Score die generelle Weiterempfehlungsbereitschaft gegenüber einer Marke oder einem Unternehmen mit einer einzigen Kernfrage abfragt, sodass SUS primär die Bedienbarkeit eines Produkts bewertet und NPS eher die übergeordnete Markenloyalität widerspiegelt.

14. Nächste Schritte: System Usability Scale mit hochwertigem Produktcontent verbinden

Wenn Du die Ergebnisse Deiner System Usability Scale ernst nimmst, kommst Du schnell an den Punkt, an dem Content, Struktur und Prozesse im Shop angepasst werden müssen. Gerade bei großen Sortimenten ist das manuell kaum zu stemmen. Hier helfen automatisierte, feedbasierte Content-Prozesse, mit denen Du tausende Produkttexte konsistent erzeugen, testen und auf Basis von UX- und SUS-Insights iterativ verbessern kannst.

Du möchtest feedbasierte Produkttexte und nutzerfreundliche Strukturen in Deinem Shop kombinieren und live sehen, wie automatisierter Content Deine Usability- und Conversion-KPIs unterstützen kann? Sieh Dir unsere Funktionen live an und teste das System kostenfrei.

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